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Richtig aufforsten: Die zehn Goldenen Regeln

von | 7. Mai 2021 | BaumInvest Tipps

Bäume pflanzen ist eine Wissenschaft für sich, nicht umsonst lernen und studieren das Menschen für mehrere Jahre – und eigentlich: ein Leben lang. Denn die Natur ist ein sich stetig wandelnder Organismus mit so vielen unterschiedlichen Eigenschaften und Gesetzen, dass es Experten und Aufforstungsspezialisten bedarf, die das Richtige tun – Menschen, die die Natur lesen und verstehen können.

Solche Experten sind die Botaniker des Royal Botanic Garden Kew. Die königliche Parkanlage im Südwesten Londons besteht seit 1759, mehr als 50.000 Pflanzarten wachsen auf 120 Hektar. Anfang des Jahres haben sie zehn Goldene Regeln des Aufforstens erstellt, die sich auch in unserer Philosophie des Waldmachens widerspiegeln:

Regel 1: Bestehendes bewahren

Unbeschädigte, alte Bestände sind wichtige Kohlenstoffspeicher, sind widerstandsfähiger bei Bränden, Stürmen und Dürren. „Wälder zu schützen muss oberste Priorität haben“, sagt Alexandre Antonelli vom Royal Botanic Garden.
BaumInvest hat sich das auf die Fahne geschrieben: 25 Prozent unserer Wälder sind und bleiben Naturschutzfläche. Heißt: Wir schützen bestehenden Wald und erweitern ihn zugleich mit naturnaher Aufforstung – und sorgen so nebenbei für einen größeren Lebensraum für Tiere.

Regel 2: Mit der Bevölkerung vor Ort zusammenarbeiten

Neo-kolonialistische Gebaren internationaler Großkonzerne bestärken noch heute Strukturen der Ausbeutung von Menschen und Natur. Wir zeigen, dass es anders geht: Dass wir keine kostbaren Rohstoffe entwenden, sondern ihnen Platz zum Wachsen geben – gemeinsam arbeiten wir Hand in Hand und schaffen faire Arbeitsplätze: als Geschäftsführer, als Buchhalter, als Waldhüter und Forstkoordinator. Und was wir schaffen, hat einen positiven sozialen Impact in der Region, ein Wald, der das Leben zurückbringt.

Regel 3: Biodiversität erhöhen

Der Wald ist Heimat von 80 Prozent der globalen Biodiversität. In Kooperation mit dem Senckenberg Institut haben wir festgestellt, dass sich in nur neun Jahren Aufforstung über 70 Arten von Reptilien und Amphibien wieder auf der Finca angesiedelt haben. Durch unsere Mischwald-Aufforstungen wird die Biodiversität erhöht – und zwar nachweislich.

Regel 4: Geeignete Flächen wählen

Die Wahl der Aufforstungsflächen geht allen anderen Planungsschritten voraus. Wie die Wissenschaftler schreiben, eignet sich vor allem Land, das einst bewaldet gewesen ist. Positiv ist zudem, wenn sich die Aufforstungsflächen neben bestehenden Wäldern befinden, also bereits lebendige Nachbarn haben. Dadurch können Wälder sich verbinden und vergrößern – was wiederrum die Biodiversität deutlich erhöht.
Was wir noch ergänzen würden: Auch das Land im Sinne von Staat ist wichtig. Wir forsten in Costa Rica auf, einem Land, das seit dreieinhalb Jahrzehnten explizit seine Wälder schützt, wie ein Weltmeister aufgeforstet hat, politisch und wirtschaftlich stabil ist – ein Vorreiter beim Klima- und Artenschutz.

Regel 5: Naturnah aufforsten

Man hat sie schon gesehen, solche Plantagen mit Monokulturen, wo die Bäume in Reih und Glied in den Boden gesteckt sind als seien sie Zahnstocher in einem Käse-Igel. Natürlich ist das natürlich nicht. Und für das gesunde Wachstum eines Baumes auch nicht förderlich. Vielmehr, schreiben die Botaniker, sollen Wälder naturnah aufgeforstet werden: „Die Kohlenstoffspeicherung in Naturwäldern kann bis zu 40 Mal höher sein als in Plantagen.“
Ein weiterer Vorteil sind angrenzende, bereits bestehende Wälder. Von dort werden häufig dank fleißiger Tiere Samen verteilt, aus denen weitere Pflanzen entstehen – auf ganz natürlichem Wege.

Regel 6: Die richtigen Bäume wählen

Monokulturen – nicht mit uns! Auch die Wissenschaftler empfehlen, mit Mischwäldern aufzuforsten, dabei ruhig auch seltene und bedrohte Baumarten anzupflanzen, sofern möglich. Mischwälder haben den Vorteil, dass sie zur Biodiversität beitragen, mehr Lebensraum und Grundlagen für Tierarten schaffen, für eine leichtere Verteilung der Samen sorgen und weitaus widerstandsfähiger gegenüber Feuern, Schädlingen und durch Klimawandel bedingte Extrem-Wetterereignisse sind.

Regel 7: Widerstandsfähige Baumarten wählen

Manch einer wird es bald wieder bemerken, wenn er daheim Kräuter auf dem Balkon anpflanzt: Jede Pflanze hat ihre bestimmten Standortansprüche – wer diese Bedürfnisse nicht beachtet, kann der Pflanze dabei zusehen, wie sie eingeht. Bei großen Bäumen ist das nicht anders. Unser Schwerpunkt liegt auf heimischen Baumarten auf, die angepasst an die lokalen Gegebenheiten und resistenter sind. Diese Art der Aufforstung heben die Wissenschaftler als wichtiges Instrument des forstlichen Risikomanagements hervor: „So steigt die Widerstandsfähigkeit von aufgeforsteten Wäldern bei Krankheiten und langfristigen Veränderungen der Umwelt.“

Regel 8: Vorausplanen

Vorausplanung ist die Mutter der Porzellankiste. Daher ist es unabdingbar über ein ausgeklügeltes Forstmanagement zu verfügen. Die Forstmanager haben all die erforderlichen Maßnahmen zur Aufforstung klar strukturiert: Wo bekomme ich die passenden Samen her, welche Baumarten verwende ich in welcher Zusammensetzung für den Mischwald, auf welchem Boden pflanze ich welche Bäume? Denn klar ist, das Pflanzdesign ist ein wichtiger Pfeiler des Erfolgs. In guter Nachbarschaft wächst es sich am besten.

Regel 9: Learning by doing

Hiermit ist nicht gemeint, einfach loszulegen und Baumsamen zu streuen. Vielmehr wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler uns das hier mitteilen: Testet Methoden im Kleinen, protokolliert Pflanzfortschritte der Bäume, schaut, wie sie sich auch im Miteinander entwickeln. Und wichtig: Setzt auf die Expertise der heimischen Bevölkerung und Wissenschaftler. Denn so findet ein unbezahlbarer Wissensaustausch statt, der im Endeffekt dem Projekt und der Natur zugutekommt.

Regel 10: Es muss sich bezahlt machen.

Der Mensch ist so gemacht, dass sich sein Tun lohnen muss – also schaffen wir ihm Anreize, sich für dies oder jenes einzusetzen. In unserem Fall: für Wälder. Daher bieten wir verschiedene Möglichkeiten an, sich an unseren Aufforstungen zu beteiligen: als Naturwald-Erhalter, mit Wald-Aktien, durch CO2-Kompensationen.

Fazit

Kurze Frage: Was bringt’s, wenn man diese Goldenen Regeln nicht einhält? Nichts! Wer nicht den Zustand der Böden beherzigt, wer nicht die richtigen Baumarten für den jeweiligen Standort wählt, wer die Bevölkerung nicht mit einbezieht in das Projekt, wer Monokulturen hochzieht, wer keine kompetenten Förster vor Ort hat, der wird der Natur nichts Gutes tun und wirtschaftlich nicht prosperieren. Daher sind wir froh, als BaumInvest schon bald 15 Jahre Erfahrung mit Waldaufforsten zu haben, denn im Laufe der Zeit haben wir viel dazu gelernt, unseren Stamm an Mitarbeitern und begleitenden Wissenschaftlern erhöht, unser Projekt auch dank des Engagements vieler Anleger stetig vorangebracht. Wenn wir unsere florierenden Wälder so sehen, zeigt uns das: Wir beherzigen die Goldenen Regeln des Aufforstens.

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