Der BaumInvest Blog
Ein Blick hinter die Kulissen bei BaumInvest
Ursula Sydow ist seit 2019 Teil des BaumInvest-Aufsichtsrates – und bringt dort ihre Leidenschaft für Natur, Bildung und nachhaltige Entwicklung ein. Die ehemalige Biologie- und Mathematiklehrerin aus Freiburg begleitet die Projekte der BaumInvest AG mit kritischem Blick und viel Herzblut. Im Interview spricht sie über Verantwortung, Teamarbeit, Innovation und gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit des Aufsichtsrates.
Ursula, du bist Teil unseres Aufsichtsrates. Wie kam es dazu?
Ich war schon vorher im Beirat von BaumInvest aktiv und fand die Themen sehr spannend. Anfangs hatte ich Respekt vor der großen Verantwortung, aber dann habe ich gemerkt, wie sehr es mir gefehlt hätte, weil ich die Arbeit einfach so interessant finde. Ich habe mich also beworben – und wurde 2019 in den Aufsichtsrat gewählt.
Wie sieht die Arbeit im Aufsichtsrat konkret aus? Wie oft tauscht ihr euch aus?
Wir sind aktuell fünf Mitglieder, das ist eine sehr angenehme Größe. Wir treffen uns drei- bis viermal im Jahr zu offiziellen Sitzungen in oder in der Nähe von Freiburg – meist im Frühling, im Herbst zu einem Workshop und zum Jahresabschluss im Winter. Zusätzlich gibt es bei Bedarf weitere interne Treffen oder Abstimmungen. Diese Sitzungen sind fast immer online, weil wir über ganz Deutschland verteilt sind. Persönlich sehen wir uns daher eher selten. Zu meiner Aufsichtsratskollegin Gudrun, die ich auf einer BaumInvest-Reise 2022 richtig kennengelernt habe, pflege ich sogar einen freundschaftlichen Kontakt.
Was sind die wichtigsten Aufgaben des Aufsichtsrats?
Unsere Kernaufgaben sind die Prüfung des Jahresabschlusses, die Freigabe des Wirtschaftsplans und das Prüfen des Risikomanagements. Wir informieren uns regelmäßig über die Geschäftsentwicklung und stehen der CEO Antje Virkus als Ansprechpersonen zur Seite. Denn wir beobachten die Branche und neue Trends sehr aufmerksam, damit wir frühzeitig auf Veränderungen reagieren können. Ein Beispiel: Wir diskutieren immer wieder innovative Ansätze. Ein sehr interessanter Gedanke, mit dem wir spielen, ist aktuell Pflanzenkohle, um ökologische und wirtschaftliche Ziele zu verbinden. Sie entsteht durch die Verkohlung von Pflanzenmaterial unter Sauerstoffausschluss (Pyrolyse) und kann im Boden eingebracht werden. Dort speichert sie sehr langfristig den Kohlenstoff aus dem von der Pflanze aus der Atmosphäre aufgenommenen CO₂. Im Boden verbessert sie die Bodenfruchtbarkeit sowie die Wasserverfügbarkeit und bietet somit sowohl Klimaschutz- als auch landwirtschaftliche Vorteile.
Habt ihr also alle einen forstwirtschaftlichen Hintergrund?
Nein, wir sind keine Forst-Fachleute, bringen aber jeweils unsere Kompetenzen ein und recherchieren und liefern Hintergründe. Ich war lange Lehrerin für Biologie und Mathematik. Zusätzlich habe ich an der Uni zwei Semester lang Vorlesungen der internationalen Forstwirtschaft besucht, nachdem ich als Aufsichtsrätin angefangen habe. Damit ich ein bisschen fachliche Ahnung habe (lacht).
Gudrun Welsch kommt als Qualitätsmanagerin aus einem großen Autokonzern, Carolin Salvamoser hat einen Marketinghintergrund, Martin Homola ist internationaler Forstexperte und Erhard Schulz ist Mitbegründer des BUND. Ich glaube, dass wir uns sehr gut ergänzen.
Wie laufen die Sitzungen ab? Gibt es bestimmte Schwerpunkte?
Die Sitzungen sind sehr strukturiert. Zuerst gibt es einen Bericht der Geschäftsführung, dann werden aktuelle Projekte und Herausforderungen besprochen. Thematische Schwerpunkte sind etwa neue Projekte oder die Bewertung der CO₂-Speicherleistung. Die Diskussionen sind offen und konstruktiv, manchmal auch kontrovers – aber immer mit dem Ziel, BaumInvest weiterzubringen.
Wie gelingt es BaumInvest deiner Meinung nach, ökologische und wirtschaftliche Ziele zu verbinden?
BaumInvest setzt auf die Pflanzung einheimischer Baumarten im Mischwald-Konzept. Das fördert die Biodiversität, schafft Wildtierkorridore und verbessert die Wasserversorgung für die lokale Bevölkerung. Gleichzeitig wird CO₂ aus der Atmosphäre gebunden. Wichtig ist, die CO₂-Speicherleistung realistisch zu bewerten und Doppelzählungen zu vermeiden. Die Verbindung von ökologischen Vorteilen mit wirtschaftlicher Nachhaltigkeit ist für mich das Besondere an BaumInvest.
Welche Herausforderungen siehst du für die Zukunft von BaumInvest?
Die Akquisition neuer Projekte bleibt ein zentrales Thema für BaumInvest. In den kommenden Jahren kann es vorkommen, dass mehrere Projekte parallel realisiert werden – das erfordert Flexibilität und eine gute Abstimmung im Team. Ein kontinuierliches, stabiles Wachstum ist dabei wünschenswert, um Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen. Der Aufsichtsrat begleitet das operative Geschäft aufmerksam, bringt seine vielfältigen Erfahrungen ein und bleibt offen für neue Entwicklungen in der Branche und im globalen Umfeld. So trägt er dazu bei, BaumInvest nachhaltig und zukunftsfähig aufzustellen.
Gibt es ein Lieblingsprojekt, das dich besonders begeistert?
Mich begeistert besonders das Projekt syntropische Agroforstwirtschaft. Es nutzt die Produktivität tropischer Wälder für die Lebensmittelgewinnung und schützt gleichzeitig den Wald. Das verbindet ökologische und soziale Vorteile. Auch die Pflanzenkohle finde ich spannend, weil sie CO₂ langfristig bindet und die Bodenfruchtbarkeit verbessert.
2022 warst du mit BaumInvest in Costa Rica. Was hat dich dort am meisten beeindruckt?
Das enorme Wachstum und die Vielfalt der gepflanzten Wälder! Das kann man sich nur durch Fotos gar nicht vorstellen. Besonders berührend waren die Begegnungen mit den Menschen vor Ort, die in den Projekten arbeiten – im Büro, auf dem Feld oder auch mit den Rangern im Wald. Die waren so stolz auf ihre Arbeit und auf ihre Projekte! Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie das einfach nur so machen, sondern wirklich dahinterstehen und stolz auf das sind, was da entsteht. Ich kann die Reise allen Aktionärinnen und Aktionären empfehlen, um die Projekte und die Menschen dahinter kennenzulernen. Ich selbst möchte auch unbedingt noch nach Kolumbien reisen, sobald es möglich ist.
Ursula, vielen Dank für das Gespräch!
Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:
100 Tage im Aufsichtsrat
„Vielfalt ist immer ein Robustheitsfaktor. Wenn Vielfalt verloren geht, steigen Risiken enorm. Das gilt ökologisch wie ökonomisch.“
Nachhaltig schenken – vom Wald inspirierte Produkte
Entdecken Sie nachhaltige Geschenkideen von BaumInvest – vom Wald inspirierte Produkte wie Kalender, Korkenzieher und Baumpatenschaften für bewusste Weihnachten mit Wirkung.
Stark bewertet: Unsere Aufforstungsprojekte erhalten Ratings von Sylvera!
Vier BaumInvest-Projekte erhalten ein Rating von Sylvera – ein Qualitätsnachweis für glaubwürdigen Klimaschutz. Erfahren Sie, was hinter dem Rating steckt und warum es für CO₂-Zertifikate so wichtig ist.
Verpassen Sie keine News!
Immer Up-to-Date mit dem regelmäßigen BaumInvest-Newsletter! Hier können Sie sich anmelden.


