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28. Okt 2022 | Neues aus Costa Rica

Aufforstung mit Mehrwert

Messbarer Impact durch Biodiversitätsmonitoring

Die Regenwälder Costa Ricas gehören zu den Biodiversitäts-Hotspots der Erde. Die Artenvielfalt ist hier besonders hoch – ihr Schutz und ihre Wiederherstellung deshalb umso wichtiger! Doch sogar ein Land wie Costa Rica, bekannt für seine Umweltgesetze und Reichtum an biologischer Vielfalt, ist vom zunehmenden Artensterben betroffen.
Was wir dagegen unternehmen können? Die Zusammenhänge sind komplex, doch die Antwort sehr simpel: Mehr Wald entstehen lassen und zugleich bestehenden schützen.
Durch Wiederaufforstung schaffen wir neuen Lebensraum in besonders artenreichen Regionen und das möchten wir belegen – durch Biodiversitätsmonitoring. Bereits seit 2009 messen wir die Biodiversität in unseren Wäldern in Kooperation mit dem bekannten Senckenberg Institut aus Frankfurt am Main.

Aufforstung mit Mehrwert

Messbarer Impact durch Biodiversitätsmonitoring

Die Regenwälder Costa Ricas gehören zu den Biodiversitäts-Hotspots der Erde. Die Artenvielfalt ist hier besonders hoch – ihr Schutz und ihre Wiederherstellung deshalb umso wichtiger! Doch sogar ein Land wie Costa Rica, bekannt für seine Umweltgesetze und Reichtum an biologischer Vielfalt, ist vom zunehmenden Artensterben betroffen.
Was wir dagegen unternehmen können? Die Zusammenhänge sind komplex, doch die Antwort sehr simpel: Mehr Wald entstehen lassen und zugleich bestehenden schützen.
Durch Wiederaufforstung schaffen wir neuen Lebensraum in besonders artenreichen Regionen und das möchten wir belegen – durch Biodiversitätsmonitoring. Bereits seit 2009 messen wir die Biodiversität in unseren Wäldern in Kooperation mit dem bekannten Senckenberg Institut aus Frankfurt am Main.
Wie führen wir unser Biodiversitätsmonitoring durch?

Der costa-ricanische Biologe Joseph Vargas Alvarez vom Senckenberg Institut ermittelte während seines zweiwöchigen Aufenthaltes den Ist-Zustand der Reptilien- und Amphibienarten auf unseren neuen Aufforstungsflächen und den daran angrenzenden Wäldern.

Dafür hat er einiges an Strapazen auf sich genommen. Seine abenteuerliche Feldexpedition fand im Juni dieses Jahres auf unseren zwei Standorten in Los Chiles und Guatuso statt.

Beides sind ehemalige Weideflächen, auf denen zuvor Viehzucht betrieben wurde und dementsprechend war auch ihr Zustand: karg und degradiert.

Sensible Tierarten wie Reptilien und Amphibien finden hier lediglich in kleinen, übrig gebliebenen Waldinseln und Teichen Schutz vor der Sonne. Jedoch grenzen beide Standorte an geschützte Wälder mit großem Artenreichtum – Los Chiles an ein Naturschutzgebiet und Guatuso an einen Nationalpark.

Luftaufnahme von bepflanzter Fläche in Santa Lucia, Guatuso
Luftaufnahme von bepflanzter Fläche in Santa Lucia, Guatuso
Biologe Joseph Vargas Alvarez vom Senckenberg Institut
Biologe Joseph Vargas Alvarez vom Senckenberg Institut
Für seine Expedition unterteilte er das insgesamt etwa 1500 ha große Gebiet in fünf Regionen; Los Chiles in zwei (Llano Alegre, Caño Negro) und Guatuso in drei (Quebradón, El Pato, Santa Lucia). Für diese bestimmte er im Voraus systematisch sinnvolle Transekte, also eine festgelegte Route, die auf unseren Flächen durch unterschiedliche Gebiete wie Weideland, Feuchtgebiete oder Waldinseln führt. Jedes während seiner Transektbegehung entdeckte Tier identifizierte und dokumentiere er – und konnte mit Schnelligkeit und Geschick auch noch ein Foto schießen. Da die meisten Reptilien- und Amphibienarten nachtaktiv sind, war der Biologe überwiegend nachts, und dazu allein, in der Wildnis Costa Ricas unterwegs.

Nach seinen überwiegend nächtlichen Feldexpeditionen bestimmte er für jede Region anhand der dort gefundenen Tiere einen Index, durch den der aktuelle Stand der Biodiversität bestimmt werden kann. Zukünftig dient dieser als Beurteilungsgrundlage, um die Entwicklung der Artenvielfalt in unseren Wäldern messbar zu machen. Indem unser Biologe die Transektbegehungen alle 2-3 Jahre zur selben Jahreszeit durchführt, können wir den positiven Einfluss unserer Wiederaufforstungen auf die Artenvielfalt belegen und fundierte Rückschlüsse ziehen.

San-Carlos-Laubfrosch (Dendropsophus phlebodes)
San-Carlos-Laubfrosch (Dendropsophus phlebodes)
Das Nachtquartier von Joseph Vargas Alvarez
Das Nachtquartier von Joseph Vargas Alvarez
Sanduhr-Laubfrosch (Dendropsophus ebraccatus)
Sanduhr-Laubfrosch (Dendropsophus ebraccatus)
Warum sind Reptilien- und Amphibienarten für uns geeignete Indikatoren?

Es gibt unterschiedliche Indikatoren, um die Biodiversität zu ermitteln. Bei der Durchführung unseres Monitorings wird die Vielfalt von Reptilien und Amphibien gemessen. Diese Tierarten reagieren aufgrund ihrer physiologischen Bedürfnisse besonders sensibel auf die Entwicklung von Weideland zu Wald und lassen auch Rückschlüsse auf den allgemeinen Zustand der Biodiversität zu.

Vereinfacht gesagt sind diese Tierarten aussagekräftige Indikatoren für den Zustand eines Ökosystems, da sie in speziellen Mikrohabitaten leben und man diese wiederrum nur in gesunden Waldökosystemen findet. Generell gilt: Je gesünder das Ökosystem, desto höher ist auch die Artenvielfalt.

Der bekannte Pfeilgiftfrosch (Dendrobates pumilio) ist beispielweise für uns ein idealer Indikator. Dieser wurde von Biologe Joseph Vargas Alvarez in angrenzenden Waldgebieten entdeckt. Wie viele andere Amphibien benötigt er einen Lebensraum mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, die nur bei ausreichender Bodenbedeckung im Wald zu finden ist.

Auf den kargen und vor der Sonne ungeschützten Weideflächen ist er nicht zu finden. Wird der Pfeilgiftfrosch zukünftig auf unseren Aufforstungen gefunden, ist dies ein Nachweis für eine gesunde Entwicklung unseres Waldökosystems.

Pfeilgift-Frosch (Dendrobates pumilio)
Nahezu bedrohter Kronenlaubfrosch (Triprion spinosus)
Nahezu bedrohter Kronenlaubfrosch (Triprion spinosus)
Bestandsaufnahme: unsere neuen Aufforstungsprojekte sind das richtige Puzzleteil im Biodiversitätskorridor

Die von Joseph Vargas Alvarez errechneten Indexe treffen eine Aussage über die Artenvielfalt der fünf beprobten Gebiete. Da die Tiere nur in sehr kleinen Gebieten auf unseren Flächen Schutz finden, sind die Ergebnisse nicht sehr überraschend: Alle fünf weisen einen ähnlich niedrigen Index – und damit eine niedrige Biodiversität – auf. Santa Lucia weist dabei den höchsten Wert der Artenvielfalt auf, gefolgt von El Pato, Quebradón und Llano Alegre. Der niedrigste Wert wurde in Caño Negro festgestellt – hier sind die wenigsten Waldinseln und Teiche, dafür die größte Weidefläche, zu finden.

Auf allen fünf Gebieten konnte er aufgrund des Lebensraumverlustes der Vergangenheit nur wenige Reptilien und Amphibien entdecken. Eine deutlich größere Anzahl konnte jedoch in den angrenzenden, geschützten Wäldern festgestellt werden. Biologe Joseph Vargas Alvarez stellte während seiner Feldexpedition auf unseren neuen Flächen und in den daran angrenzenden Wäldern insgesamt 60 Arten fest, davon 38 Amphibien- und 22 Reptilienarten.

Darunter ist auch eine laut Weltnaturschutzunion IUCN nahezu bedrohte Froschart. Der Bestand des Kronenlaubfrosches (Triprion spinosus) ist laut der Roten Liste der IUCN im letzten Jahrzehnt stark zurückgegangen.

Nahezu bedrohter Kronenlaubfrosch (Triprion spinosus)
Nahezu bedrohter Kronenlaubfrosch (Triprion spinosus)
Unsere Wälder sind mehr als ein Investment

Wälder speichern nicht nur große Mengen CO2, sondern sind auch entscheidend für die Erhaltung des Lebens auf der Erde. Mit jedem Baum, der in die Höhe wächst, wird sich das Kronendach langsam schließen und ein feucht-kühles Waldökosystem entstehen. Durch unsere Aufforstungen von Weideland zu Wald erweitern wir den Lebensraum vieler, teils bedrohten Tierarten.
Da diese Lebensraumerweiterung für uns ein bedeutender Faktor ist, achten wir bereits bei der Standortauswahl unserer Grundstücke auf die unmittelbare Nähe zu bestehenden Schutzgebieten – und schaffen mit unseren Wäldern wichtige Biodiversitätskorridore. Um den positiven Einfluss unserer Aufforstungen auf die Artenvielfalt nachzuweisen, messen wir die Biodiversität auf unseren Flächen bereits seit 2009 in Kooperation mit dem Senckenberg Institut. Die Resultate aus unseren älteren Aufforstungsprojekten sprechen für sich: Durch unser Biodiversitätsmonitoring konnte dort ein signifikanter Anstieg der Reptilien- und Amphibienarten festgestellt werden, die sich durch die Regeneration ihres Lebensraumes wieder angesiedelt haben.
Wir sind uns sicher, dass unser Experte durch seine Feldexpeditionen in den nächsten Jahren auf unseren neuen Aufforstungsflächen einen ähnlichen Zuwachs nachweisen kann. Unsere Wälder sind also mehr als ein Investment, sondern Wald mit bedeutendem Mehrwert – und durch unser Biodiversitätsmonitoring wird dieser Impact auch messbar.


Alle Bildrechte auf diesem Blogbeitrag liegen bei Joseph Vargas Alvarez

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